ERHALTUNGSZÜCHTUNG : Der Garant für die Stabilität einer Sorte

Veröffentlicht am 10/08/2023
ERHALTUNGSZUCHTUNG

Die Erhaltungszüchtung steht am Anfang des Produktionsprozesses von Z-Saatgut. Warum diese Ausleseprüfung gerade auch bei Winterweizen so wichtig ist und wie sie in der Praxis abläuft, erläutert Roger Hagdorn, Leiter Erhaltungszüchtung und Saatgutproduktion bei RAGT Saaten Deutschland.

In diesem Artikel :

1

Welche Aufgaben hat die Erhaltungszüchtung?

Eine gewisse Aufspaltung der Eigenschaften einer Sorte ist insbesondere in den ersten Jahren nicht unüblich und würde zu Veränderungen bei den Sorten führen. Durch die Erhaltungszüchtung wirken wir Abweichungen vom ursprünglichen, in der Sortenbeschreibung hinterlegten Profil einer Sorte entgegen. Die im Rahmen der Erhaltungszüchtung ausgesäten Pflanzen liefern außerdem die Generation 1 für die Saatgutvermehrung.

2

Wie muss man sich diese Arbeit praktisch vorstellen?

Für jede unserer Winterweizensorten legen wir jährlich in unserem Zuchtgarten 50 sogenannte Plots von 1,5 m Breite und 16 m Länge an. Auf jedem Plot wird die Nachkommenschaft einer im Vorjahr selektierten Einzelpflanze ausgesät. Neue Sorten nehmen wir auf, sobald sie beim Bundessortenamt das 3. Wertprüfungsjahr erreicht haben. Ab dem Schossstadium werden die Pflanzen regelmäßig bis zur Ernte bonitiert. Abhängig vom Grad der Abweichung von der Sortenbeschreibung werden die betroffenen Einzelpflanzen oder der gesamte Plot selektiert, das bedeutet, verworfen. Aus den besten Plots suchen wir dann zum Erntezeitpunkt für die Erhaltungszüchtung im Folgejahr die Pflanzen aus, deren Erscheinungsbild der Sorte perfekt entspricht. Von diesen Pflanzen werden die Ähren von Hand geschnitten und später separat ausgedroschen. Ihre Körner gehen als Vorstufensaatgut in die Vermehrung. Von einem Plot erntet man etwa 10 bis 15 kg, das ergibt 500 bis 750 kg von der gesamten Erhaltungszüchtungsfläche einer Sorte mit den maximal 50 Plots. Mit dieser Menge lässt sich eine Vermehrungsfläche von 3 bis 4 ha bestellen.

3

Welche Sortenmerkmale werden geprüft?

Wir bonitieren – wie auch das Bundessortenamt – nach den Richtlinien des Internationalen Verbandes zum Schutz von Pflanzenzüchtungen (UPOV). Wichtige sortentypische Merkmale sind Wuchsform, Fahnenblatthaltung, Entwicklung, u. a. der Zeitpunkt des Ährenschiebens, Ährenform, Farbe bzw. Bereifung der Pflanze und vor der Ernte Länge und Halmfüllung. Bei neuen Sorten wird außerdem die Genetik in Laboranalysen überprüft.

4

Wo ist besondere Erfahrung und Fingerspitzengefühl gefragt?

Jede Sorte birgt die Gefahr der Aufspaltung, je jünger sie ist, desto mehr. Der Albtraum eines Erhaltungszüchters ist es, etwas zu übersehen. Die Veränderungen sind meistens sehr klein. Um diese zu erkennen, braucht es ein geschultes Auge. Zusätzlich benötigt man Erfahrung, um zu wissen, wann bestimmte Fehler überhaupt zu sehen sind. Oft sind es enge Zeiträume, und die Lichtverhältnisse müssen stimmen, um beispielsweise Farbnuancen unterscheiden zu können.

5

Von der Generation 1 bis zum Z-Saatgut vergehen vier bis fünf Jahre. Wie profitieren Landwirte von der Erhaltungszüchtung?

Je besser die Erhaltungszüchtung ist, desto besser repräsentiert das Z-Saatgut eine Sorte mit allen ihren Qualitätsmerkmalen. Unser Anspruch als Züchtungsunternehmen ist es, dass die Vorteile einer Sorte in vollem Umfang beim Landwirt ankommen. Dafür wenden wir für die Erhaltungszüchtung einer Sorte jedes Jahr 80 bis 100 Stunden auf.

6

Z-Saatgut in Deutschland

Z-Saatgut bietet dem Landwirt, neben einer Mindestkeimfähigkeit, technische Reinheit, geringen Besatz und Sortenreinheit. Dies wird in der mehrstufigen und streng kontrollierten Produktion sichergestellt.

RAGT empfiehlt den Einsatz von Z-Saatgut

image

Bei weiteren Fragen sprechen Sie uns gerne an.

qualitat mit zertifikat

Bei weiteren Fragen sprechen Sie uns gerne an.

Hagdorn Roger

Roger Hagdorn

Diesen Beitrag teilen mit:

Facebook
Twitter
LinkedIn
Email

Ähnliche Artikel