Rapsernte 2025: Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Drusch?
Rapsreife richtig beurteilen: Nicht vom äußeren Eindruck täuschen lassen
Von außen wirken viele Rapsbestände bereits erntereif. Doch gerade beim Raps ist es schwierig, die tatsächliche Reife in der gesamten Fläche zu beurteilen. Besonders das obere Drittel der Schoten, das meist aus dem Bestand herausragt, macht nur etwa 20 % des Gesamtertrags aus. Auch vereinzelte aufgeplatzte Schoten in diesem Bereich sind meist kein Grund zur Sorge. Moderne Rapssorten verfügen über eine hohe Schotenplatzfestigkeit, sodass Wind und Regen nicht sofort zu Kornverlusten führen.
Ertragsschwerpunkte kennen: Mittleres und unteres Schotendrittel entscheiden
Das mittlere Drittel der Rapsschoten enthält die meisten Körner sowie tendenziell auch das höchste TKM und sorgt für rund 45 % des Gesamtertrags. Das oft unterschätzte untere Drittel kann bis zu 35 % des Ertrags liefern [1]. Da Raps von oben nach unten abreift, sind die unteren Schoten bei zu früher Ernte häufig noch nicht ausgereift. Wer zu früh mit dem Drusch beginnt, riskiert, dass Gummischoten unausgedroschen durch den Mähdrescher gehen und erst vom Häcksler zerschlagen und verteilt werden. Bereits 10 Gummischoten pro Pflanze können Ertragsverluste von über 2 dt/ha [1] bzw. 90–100 €/ha verursachen.
Sind Sie nach dem andreschen des Bestands unsicher, ob Ihr Rapsbestand vollständig ausgedroschen ist? Legen Sie das Rapsstroh einige Meter auf Schwad und kontrollieren Sie, ob alle Schoten geöffnet sind. So vermeiden Sie unnötige Verluste bei der Rapsernte und erkennen, ob sich ein späterer Erntetermin lohnt.
Kraftstoff sparen durch optimalen Erntezeitpunkt
Ein weiterer Vorteil einer späteren Rapsernte: Der Kraftstoffverbrauch sinkt deutlich. Unreife, grüne Stängel belasten den Mähdrescher, kosten Nerven, Ertrag und erhöhen den Kraftbedarf. Wer zunächst frühen Weizen, Triticale oder Roggen drischt und den Raps noch etwas stehen lässt, wird in vielen Fällen mit einem höheren Rapsertrag und zusätzlich besseren Ölgehalten belohnt.
Fazit: Für eine erfolgreiche Rapsernte 2025 gilt: Ruhe bewahren, Reifegrad regelmäßig kontrollieren und nicht zu früh ernten. So sichern Sie sich den optimalen Ertrag und vermeiden unnötige Verluste.
[1]: nach Dr. Andrea Feiffer, https://www.bauernzeitung.de/news/rapsernte-ruhe-bewahren-lohnt-sich-oft/
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