Auch wenn es vielerorts in Deutschland noch frostig ist und der Raps teilweise unter einer dicken Schneedecke ruht – sobald der Schnee getaut und die Temperaturen über den Gefrierpunkt gestiegen sind, beginnt im Rapsanbau eine entscheidende Phase: Zeit, die Gelbfangschalen im Raps zu verteilen!
So stellen Sie Gelbfangschalen im Raps richtig auf
Sobald die Temperaturen steigen, sollten Gelbschalen 15–20 Meter vom Feldrand entfernt und in Hauptwindrichtung platziert werden.
Befinden sich Altrapsschläge oder Gehölze in direkter Nähe, sollten auch dort Gelbschalen aufgestellt werden. Nur so gelingt eine lückenlose Überwachung von Rapsschädlingen im Frühjahr.
Großer Rapsstängelrüssler: Früherkennung ist entscheidend
Der Große Rapsstängelrüssler (Ceutorhynchus napi) zählt zu den bedeutendsten Frühjahrsschädlingen im Raps.
Wird der erste Zuflug übersehen, drohen teils massive Ertragsverluste.
Der Käfer sticht den Stängel zur Eiablage an – diese Verletzungen können im weiteren Vegetationsverlauf durch Frost oder Starkregen aufreißen und dienen als Eintrittspforte für Krankheiten.
Typische Symptome sind s-förmige Verkrümmungen des Rapsstängels. Beim Aufschneiden befallener Pflanzen finden sich oft Larven des Stängelrüsslers, die das Stängelmark aushöhlen.
Zu diesem Zeitpunkt ist keine Bekämpfung mehr möglich – Ertragsverluste sind dann unvermeidlich.
Wann wird der Große Rapsstängelrüssler aktiv?
Der adulte Rapsstängelrüssler reagiert bereits auf kurze Warmphasen mit Sonnenschein.
Schon bei Bodentemperaturen ab 5 °C oder Lufttemperaturen ab 9 °C beginnen die Käfer, ihr Winterlager auf alten Rapsflächen zu verlassen – besonders auf Südhängen kann das Mitte bis Ende Februar der Fall sein.
Wird die Bekämpfungsschwelle von 5 gefangenen Käfern pro 3 Tage überschritten, ist schnelles Handeln notwendig.
Auch auf Altrapsschlägen lohnt sich die Kontrolle: Werden dort mehr als 30 Käfer in 3 Tagen festgestellt, besteht erhöhte Gefahr für die angrenzenden Rapsbestände.
Auch der Gefleckte Kohltriebrüssler ist aktiv
Neben dem Stängelrüssler wird oft auch der Gefleckte Kohltriebrüssler (Ceutorhynchus quadridens) aktiv.
Er tritt häufig gemeinsam mit dem Großen Rapsstängelrüssler auf und kann zusätzlichen Schaden an Rapspflanzen verursachen.
Die Bekämpfungsschwelle liegt hier bei 15 Käfern pro 3 Tage.
Spätestens 7–10 Tage nach Überschreiten dieser Schwelle sollte eine gezielte Bekämpfungsmaßnahme erfolgen, um Ertragsverluste zu vermeiden.
Fazit: Jetzt handeln und Rapsschädlinge im Griff behalten!
Nutzen Sie die ersten milden und sonnigen Tage, um Ihre Gelbschalen im Raps aufzustellen und die Bestände regelmäßig zu kontrollieren.
Nur wer den Großen Rapsstängelrüssler und den Gefleckten Kohltriebrüssler frühzeitig erkennt, kann gezielt reagieren und den Rapsertrag sichern.
