Sichere Etablierung von Rapsbeständen: Vorausplanen bei der Bodenbearbeitung ist gefragt
„Die Bodenbearbeitung ist wie die Vorbereitung eines Athleten: Man darf nichts vernachlässigen, wenn der richtige Start gelingen soll, sowohl zeitlich als auch hinsichtlich des richtigen Tempos“, erklärt Philippe Charron, Produktmanager und Rapsexperte, RAGT Semances. „Sobald ich ein Zeitfenster habe, kann ich unter guten Bedingungen loslegen“. Eine gute Etablierung von Raps erfordert gute Vorbereitung. Das Hauptziel besteht darin, robuste Rapsbestände zu erhalten, die weniger anfällig für Schädlinge, Krankheiten und klimatische Risiken sind. Dafür ist es wichtig, die Eingriffe rechtzeitig zu planen, wobei der erste Schritt die Bodenbearbeitung ist.
Frühe Vorbereitung bei minimaler Bodenbearbeitung
Die Vorbereitung beginnt am Tag nach der Ernte der Vorfrucht, um ab Mitte August säen und von Niederschlägen profitieren zu können, die den Raps keimen lassen. Zwei Bedingungen sind essentiell, um die Keimung zu fördern: ein ausreichend feines und krümeliges Saatbett mit guter Bodenfeuchte. Die Lösung für diese zunächst widersprüchlich erscheinenden Ziele besteht darin, so früh wie möglich eine geeignete Bodenbearbeitung durchzuführen und sie auf das unbedingt Notwendige zu beschränken, um eine Austrocknung zu reduzieren.
Bodenbearbeitung in den zwei Wochen vor der Aussaat vermeiden
Je nach Bodeneigenschaften des Feldes unterscheiden sich die Bearbeitungsmethoden und Geräte. Wenn der Boden keine strukturellen Probleme in einer Tiefe von 0-20 cm aufweist, wird eine oberflächliche Bearbeitung in einer Tiefe von 5 cm empfohlen, idealerweise eine zweimalige Überfahrt innerhalb von 24 Stunden nach der Ernte. Das Walzen nach jedem Arbeitsgang ist vorteilhaft, um die Austrocknung durch Verdunstung zu begrenzen.
Auf Tonböden ist es ratsam, die Stoppel einzuarbeiten und anschließend eine leichte Bodenbearbeitung durchzuführen, ebenfalls mit Walzen dazwischen. Ziel ist es, bei Regenfällen eine Wasseraufnahme zu fördern, die Verdunstung zu begrenzen sowie dem Boden eine gute Struktur zu geben.
Bei Verdichtungen reicht eine Arbeitstiefe von 15 cm aus. In jedem Fall sollte der Boden in den zwei Wochen vor der Aussaat nicht bearbeitet werden, um den maximalen Nutzen aus eventuellen Niederschlägen zu ziehen.
Auf leichteren Böden können vor der Aussaat Eingriffe mit Grubber oder tiefen Bodenbearbeitungsgeräten in Betracht gezogen werden. Durch Pflügen angehobene Feuchtigkeit kann ebenfalls die Keimung von Raps begünstigen.
Mit der optimalen Aussaat die Widerstandsfähigkeit erhöhen
Sobald die Bodenbearbeitung abgeschlossen ist undausreichend Niederschläge bevorstehen, kann die Aussaat beginnen. Alle Bedingungen müssen erfüllt sein, um eine erfolgreiche Bestandesetablierung zu erlangen und vor dem Winter einen robusten Rapsbestand im Feld zu haben und den Ertrag zu maximieren. Jeder Schritt des Prozesses – Dichte, Tiefe, Sorte – hat das Ziel, die Etablierung der Kultur zu sichern.
Effektive Aussaat bedeutet abwägen.Die Entscheidung für den Beginn der Rapsaussaat hängt in erster Linie vom Wetter ab: Die Aussaat kann beginnen sobald Niederschläge vorhergesagt werden. Die Aussaat vor einem Regen von etwa 10 mm gilt als ideales Szenario, da die Aussaat nach dem Regen den Boden stört und austrocknen kann. Dafür muss der Boden frühzeitig vorbereitet sein. „Der Raps muss vor dem Winter ausreichend widerstandsfähig und gut entwickelt sein, sowohl im Blatt- als auch im Wurzelbereich“, erklärt Philippe Charron. „Wenn Ertragspotential vor dem Winter gut etabliert ist, wissen wir, dass es sich im Frühjahr weiterentwickeln wird.“
Anpassung der Aussaatstärke an die Bodenfeuchtigkeit
Die ideale Aussaatstärke für Raps beträgt etwa 45 g/m². Die empfohlene Saattiefe liegt bei 2 cm und sollte an die Bodenfeuchtigkeit angepasst werden. Wenn die oberen 3 oder 4 Zentimeter des Bodens trocken sind, aber darunter feuchter Boden vorhanden ist, kann man in einer maximalen Tiefe von 4 cm säen, um das Saatgut in Kontakt mit dem feuchten Boden zu bringen. Ist der Boden in 5 cm und auch darunter noch trocken, bleibt die Saattiefe bei 2 cm, sofern 7-10 mm Niederschlag vorhergesagt werden. Bei 1 bis 1,5 mm Regen werden ca. 1 cm Boden feucht. Bei weniger als 7 mm Niederschlag kann die Saat während der Keimung austrocknen, da die junge Wurzel in einer trockenen nur schwierig wachsen kann. Wenn bis zum 20. August weder Regen fällt noch wird, sollte das Saatgut in einer Tiefe von 3 cm abgelegt werden.
RAGT Winterraps: Wie kann man den Herausforderungen bei der Bestandesetablierung und der Bestandesführung begegnen?
RAGT bietet die neuen Topsorten TRIPLE und HUMBOLDT an. TRIPLE wurde aufgrund seiner Ertragsstärke in Korn und Öl und seines starken und runden Gesundheitsprofils vom Bundessortenamt zugelassen. Er steht in allen Bundesländern in den Landessortenversuchen. Humboldt erreichte im LSV Ernte 2023 bereits sehr gute Erträge und überzeugt durch das beste Gesundheitsprofil seines Zulassungsjahrgangs. TRIPLE und HUMBOLDT eignen sich für alle Aussaattermine sowie für die Einzelkornsaat und werden exklusiv in der Gold Edition angeboten.
Die Gold Edition von RAGT
Die Gold Edition von RAGT ist ein Mehrwertsystem für den Landwirt und wird aktuell für ausgewählte Sorten im Mais und Raps angeboten. Im Raps umfasst die Gold Edition eine Auflaufversicherung sowie eine Biostimulanz ohne Aufpreis. Mit der Auflaufversicherung erhält der Landwirt 100 % Saatgutersatz aus unserem Hybridsaatgutportfolio, sollte die Ansaat nicht erfolgreich sein. Um die Auflaufversicherung zu aktivieren, ist eine Registrierung bis 5 Tage nach Aussaat erforderlich. Schadensmeldungen sind bis 15.10. möglich. Mit Ausnahme von Schäden aufgrund von Pflanzenschutzmitteln sind alle biotischen und abiotischen Schäden abgedeckt. Weitere Informationen finden Sie hier: https://ragt.de/solutions/gold-edition-raps/.
Philippe Charron, Produktmanager und Rapsexperte, RAGT Semances
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